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Bild: Spatenstich

Ein Leuchtturmprojekt in Reutlingen

Es ist ein einzigartiges Konzept in ganz Deutschland: das geplante Tagesklinik-Ambulanz-Zentrum in Reutlingen. Nur wenige Meter von der PP.rt entfernt entsteht ein Angebot, das Tageskliniken, spezialisierte Ambulanzen und ein umfassendes Angebot an Kreativtherapien unter einem Dach bündelt. Mit dem Spatenstich wurde nun die Bauphase eingeläutet.

Noch in diesem Jahr werden die Bäume auf dem Gelände an der B312 gefällt und die ersten Vorbereitungen getroffen. Für Ende nächsten Jahres ist das Richtfest geplant. In 27 Monaten schließlich, zum Frühjahr 2018, soll das deutschlandweit erste Tagesklinik-Ambulanz-Zentrum in der Lindachstraße in Reutlingen in Betrieb gehen.
Das Besondere an diesem Konzept: Erstmals werden die tagesklinische sowie die ambulante Behandlung aller Fachbereiche gebündelt unter einem Dach angeboten. Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Reutlingen (PP.rt) wird Tageskliniken und Institutsambulanzen für Allgemeinpsychiatrie, Depressionserkrankungen und Alterspsychiatrie anbieten. Die Tageskliniken gibt es bereits, bislang waren diese am Ringelbach auf dem Gelände der BruderhausDiakonie untergebracht. In Trägerschaft des ZfP Südwürttemberg entstehen Tageskliniken und Ambulanzen für die Bereiche Suchterkrankungen und Migrationspsychiatrie. Als neues, zusätzliches Angebot wird eine ebenfalls vom ZfP betriebene Tagesklinik für Psychosomatische Medizin eingerichtet.
Eine weitere Besonderheit ist die Einbindung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in das Zentrum – ein ebenfalls einmaliges und neues Konzept. Die Universitätsklinik Tübingen, zuständig für die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen, wird eine Tagesklinik und eine Ambulanz für Kinder und Jugendliche anbieten.
„Mit diesem umfassenden Angebot entwickeln wir die psychiatrische Versorgung gemäß unserem Grundsatz ambulant vor stationär weiter“, freut sich Prof. Dr. Gerhard Längle, Medizinischer Geschäftsführer der PP.rt und Stellvertretender Geschäftsführer des ZfP Südwürttemberg. Die Nähe zur stationären Versorgung in der PP.rt sowie zur somatischen Versorgung im Reutlinger Klinikum am Steinenberg biete weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Behandlungswege können optimiert werden und nicht zuletzt können beispielsweise die Patientinnen und Patienten, die in der PP.rt stationär behandelt werden, künftig das große therapeutische Angebot des neuen Zentrums mit nutzen. Damit stehen deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die psychiatrische Versorgung zur Verfügung.
Aber auch sonst sei die Lage strategisch günstig, bestätigte Klaus Schneider, Kaufmännischer Geschäftsführer der PP.rt. So gibt es direkt an der angrenzenden Bundestraße eine Bushaltestelle, das Zentrum ist also optimal an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Ein nahegelegener Fußgängerüberweg ermöglicht kurze Wege in die Innenstadt. „Nun warten wir nur noch darauf, dass die Bushaltestelle umbenannt wird in ‚PP.rt‘“, fügte Schneider scherzhaft hinzu und wandte sich damit an Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, die sich intensiv für den Bau des Tagesklinik-Ambulanz-Zentrums eingesetzt hat. Auch sie bezeichnete die Bündelung bislang verteilter Angebote an einem zentralen Standort als wichtigen Schritt.
In dem großen, fünfgeschossigen Gebäude werden zahlreiche Behandlungszimmer, große Räume für Gruppentherapie, ein großer Bereich für Ergotherapie, eine Holzwerkstatt, eine große Sporthalle, Räume für Musik- und Kunsttherapie, eine Kantine sowie Parkplätze eingerichtet. „Ziel ist es, ein offenes, einladendes Zentrum zu schaffen, in dem sich psychisch kranke Menschen nicht abgeschoben, sondern integriert fühlen“, erklärte Jochen Schmid, Architekt des Gebäudes, die Idee seines Konzepts. Der Neubau mit 7500 Quadratmetern Nutzfläche wird in einer Kammstruktur gebaut. „So entstehen mehrere Einschnitte, welche mehr Licht in den tiefliegenden Räumen ermöglichen“, schilderte Schmid. Helle Farben, viel Glas, Holzelemente und ein Garten sorgen für eine freundliche Atmosphäre.
Bürgermeisterin Hotz betonte abschließend noch die aufgeschlossene Haltung der Anwohner. Diese sei nicht ganz uneigennützig, wie sie schmunzelnd berichtete. So würden einige Anwohner den Neubau als Lärmschutz zur vielbefahrenen Bundestraße betrachten. Aber auch die Vorarbeit durch die PP.rt-Krankenhausleitung habe geholfen, berichtete Schneider. So habe man die Anwohner vorab zu einem Informationsabend eingeladen, um die Planung zu erklären und eventuelle Vorurteile abzubauen. „Damit haben wir schon beim Bau der PP.rt selbst sehr gute Erfahrungen gemacht und auch diesmal reagierten die Anwohner sehr wohlwollend, so dass dem Bau nichts mehr im Wege steht.“

 

Pressemitteilung

Chefarzt wird in den tätigen Ruhestand verabschiedet

Verabschiedund Dr. Müller

Dr. Berthold Müller, Chefarzt der Abteilung Psychosomatik und Depressionsbehandlung an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Reutlingen (PP.rt), wurde in großer Runde in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge übernimmt Dr. Albrecht Rilk.

Viele kennen ihn. Dr. Berthold Müller ist im Landkreis Reutlingen vielen als langjähriger Leiter der Abteilung Psychosomatik und als stellvertretender Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im ZfP Südwürttemberg in Zwiefalten bekannt. Seit 2011 hat er sich vordringlich dem Aufbau der Abteilung für Psychosomatik und Depressionsbehandlung an der PP.rt, der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Reutlingen gewidmet. Weiterhin, chefärztlich zuständig für die Psychosomatik in der Mutterklinik in Zwiefalten, hat er die beiden neuen Stationen nicht nur konzeptionell entwickelt und aufgebaut, sondern diese innerhalb kürzester Zeit zusammen mit einem hoch kompetenten, multiprofessionellen Team zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Versorgung psychisch und psychosomatisch erkrankter Menschen in der Stadt Reutlingen entwickelt. So ist er vielen Patientinnen und Patienten aus dem direkten Kontakt bekannt, sei es stationär oder ambulant. Darüber hinaus kennen ihn aber viele aus seiner vielfältigen Vortragstätigkeit zu den Krankheitsbildern Depression, dem Phänomen Burnout und den vielfältigen Zusammenhängen dieser Erkrankungen zu der Lebenswelt und der Arbeitswelt der Menschen. Professor Dr. Gerhard Längle, als Medizinischer Geschäftsführer der PP.rt und Leitender Ärztlicher Direktor des ZfP Südwürttemberg ein langjähriger Begleiter von Berthold Müller in seinem Arbeitsleben, dankte ihm im Namen der beiden Kliniken und auch ganz persönlich für die herausragende Arbeit in den vergangenen Jahren. Die Patientinnen und Patienten, denen immer Müllers zentrale Sorge galt, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen äußerst geschätzten Abteilungsleiter verlieren, werden ihn vermissen.

Tatenlosigkeit passt jedoch nicht zum scheidenden Chefarzt. Er wird sich weiter in Zwiefalten intensiv um die Aus-, Fort- und Weiterbildung der psychosomatisch tätigen Kollegen kümmern und sich mit Genuss seiner zweiten Liebe, der Malerei, widmen. Schließlich ist er im Erstberuf Glasmaler. Auch diese Verbindung zwischen Kunst und Humanwissenschaft, zwischen Psyche und Ausdruck hat ihn die letzten Jahrzehnte bewegt. Nun kann er den Schwerpunkt wieder in den künstlerischen Bereich legen.

Neu eingesetzt in das Amt des Chefarztes der Abteilung Psychosomatik und Depression wurde Dr. Albrecht Rilk, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Psychosomatische Medizin und Diplomphysiker im Erstberuf.
Rilk war bis Sommer 2014 an der Universitätsklinik in Tübingen als Oberarzt tätig, hat seit einem starken Jahr die Klinik in Reutlingen mit Berthold Müller gemeinsam weiterentwickelt und übernimmt nun dessen Funktion. Rilk gilt als klinisch und wissenschaftlich ausgewiesener Fachmann und kann so die bisher begonnene Arbeit fortzuführen und weiterentwickeln. Ein Schwerpunkt wird auf der Intensivierung der Konsil- und Liaisontätigkeit in enger Zusammenarbeit mit den somatischen Abteilungen und Kliniken den Kreisklinikums am Steinenberg liegen. Der Standort Reutlingen bietet für beide Seiten hervorragende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung einer ganzheitlichen medizinischen Versorgung. Albrecht Rilk kann daher die Erfahrung aus dem benachbarten Großklinikum gut einbringen. Als gebürtiger Schwabe ist er der Region und den Menschen hier eng verbunden und spricht in jeder Hinsicht ihre Sprache.

 

Pressemitteilung vom 09.04.2015 - Gedenkzeit im Dietrich Bonhoeffer Haus

Dem Namensgeber Dietrich Bonhoeffer war eine Gedenkzeit gewidmet, zu der in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Reutlingen (PP.rt) Patienten, Mitarbeitende und Gäste eingeladen waren. Im Haus Dietrich Bonhoeffer, dem 2011 eingeweihten neuen Bettenbau der Klinik, fanden sich am Todestag Dietrich Bonhoeffers rund
70 Menschen zusammen.

Das Dietrich Bonhoeffer Haus, das in toskanafarben gehaltene Klinikgebäude der PP.rt, auf dem Gelände des Kreisklinikums, erhielt diesen Namen nach einem Ideenwettbewerb unter den Mitarbeitenden. Klinikleitung und Mitarbeitervertretung war es ein Anliegen, am 70. Todestag des bekannten Theologen und Widerstandskämpfers inne zu halten und die Bedeutung dieses Mannes für damals und heute zu bedenken.

Herr Prof. Dr. Gerhard Längle, Medizinischer Geschäftsführer der PP.rt, wies nochmals auf die Gründe für die Namensgebung hin: Die Gesellschaft für Psychiatrie Reutlingen, Träger der PP.rt, ist Mitglied im Diakonischen Werk und versteht sich als evangelisches Fachkrankenhaus, hierin eng verbunden mit dem Gesellschafter BruderhausDiakonie und dessen gemeindepsychiatrischen Einrichtungen. Andererseits ist die PP.rt eine Klinik im Alltag der Akutversorgung psychisch erkrankter Menschen. Sie teilt sich diesen Auftrag im Landkreis mit der Klinik des ZfP Südwürttemberg in Zwiefalten.
Es ist kein Zufall, dass Dietrich Bonhoeffer der Namensgeber des Klinikneubaus wurde: Aufgrund seiner tiefen Gründung im christlichen Glauben und der christlichen Theologie war er stets den Menschen zugewandt und in der Konsequenz auch ein politisch aktiver Mensch. Die christliche Fundierung mit ihrer Orientierung am Menschen und der daraus abgeleitete politische Auftrag mit dem Einsatz für das Wohl der Patienten im weitesten Sinne sind, so Längle, auch Programm für eine psychiatrische Klinik wie die PP.rt.

Der Arzt und Theologe Dr. Lamparter führte in die Biografie Dietrich Bonhoeffers ein, zeichnete seinen Weg vom Aufwachsen im Haushalt eines Berliner Krankenhauspsychiaters, über verschiedene Stufen der Tätigkeit als Pfarrer und Theologe im In- und Ausland bis hin zu seinem Tod im Nazigefängnis nach. Durch die Verlesung von Originaltexten Bonhoeffers durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik wurde die Gedankenwelt Bonhoeffers aufgefächert. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkzeit mit Musikstücken von Bach, Händel und Chopin, dargeboten von Musiktherapeutin Fr. Kwon (Gesang), begleitet am Klavier von Stationsleitung
Hr. Ziefle.
Den Schluss bildete das gemeinsam gesungene Lied: "Von guten Mächten wunderbar geborgen", in dem ein zentraler Text Bonhoeffers vertont wurde und das seinen Weg nicht nur in das evangelische Kirchengesangbuch gefunden hat, sondern auch landauf landab an Lagerfeuern und in Singrunden gesungen wird.
Für Patienten, Mitarbeitende und Gäste war die unbedingte Ausrichtung am Menschen, verbunden mit der Bereitschaft, sich ggf. mit den politisch Mächtigen im Bemühen um diese Menschen anzulegen, eine zentrale Botschaft. Sie hat auch 70 Jahre nach der Ermordung Bonhoeffers nicht an Gültigkeit verloren.

Prof. Dr. G. Längle

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