Klinikträger: Gemeinnützige Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie Reutlingen mbH
             
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Präambel

Das Leitbild soll dazu dienen, unsere Klinik nach innen und außen darzustellen. Wir als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herausgefordert, unsere berufliche Grundhaltung und Arbeitseinstellung mit dem Leitbild zu vergleichen und uns damit immer wieder auseinanderzusetzen. Ziel ist ein hoher Grad an Konsens mit den dargelegten Inhalten. Wesentliche Gedanken, die in das Leitbild Eingang gefunden haben, sind von der Mitarbeiterschaft mit all ihren Berufsgruppen selbst eingebracht worden.


1.) Was sind unsere Traditionen und Wurzeln?


Die Klinik PP.rt entstand 2005 durch Bildung einer gemeinsamen Trägerschaft zwischen der BruderhausDiakonie und des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Zwiefalten. Insofern sind die Traditionen der BruderhausDiakonie, ehemals Gustav-Werner-Stiftung und Haus am Berg, und der Münsterklinik Zwiefalten präsent.
Die BruderhausDiakonie geht auf die sozialreformerischen Ideen Gustav Werners und deren praktischer Umsetzungen zurück, die in den sozialen Nöten des 19. Jahrhunderts ihren Ursprung haben. Sie ist damit einem christlichen Menschenbild verpflichtet mit der Überzeugung des unaufgebbaren Werts des Individuums und seiner Würde als Gottes Geschöpf, unabhängig vom jeweiligen Leistungsvermögen für die Gesellschaft. Die psychiatrische Arbeit der BruderhausDiakonie war eng mit dem 1964 gegründeten Heinrich-Landerer Krankenhaus Reutlingen verknüpft.

Mit der Münsterklinik Zwiefalten  begann die öffentliche stationäre Behandlung psychisch kranker Menschen in Württemberg  im Jahr 1812. Sie hat die Tradition eines Landeskrankenhauses und wurde  im Zusammenhang mit der Säkularisation in einem ehemaligen Kloster eingerichtet.

Sowohl in der damaligen Gustav-Werner-Stiftung als auch in der Münsterklinik wurde die Erkenntnis umgesetzt, dass psychisch Kranke nicht verwahrt werden sollen, sondern auf Behandlung  Anrecht haben. Den bisher stärksten Angriff auf  beide Einrichtungen und die in ihnen behandelten Menschen gab es in der Zeit des Nationalsozialismus mit seinem Euthanasieprogramm.

Beide Einrichtungen hatten Anteil an der Etablierung der Psychiatrie als medizinischem Fachgebiet. Eine wichtige Behandlungsmethode wurde seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Psychopharmakotherapie. In neuerer Zeit gewannen in Ergänzung dazu Methoden der Psychotherapie zunehmend an Wichtigkeit.

Die beiden Grundeinrichtungen der PP.rt wussten sich der Psychiatrie Enquete von 1975 verpflichtet, die den Menschen in seinen sozialen Bezügen sieht, das Arbeits- und Wohnumfeld in seiner jeweiligen Bedeutung erkennt und gemeindenahe dezentrale Einrichtungen bevorzugt. Dies weiterzuverfolgen muss auch Auftrag für die Zukunft sein.
Heute unterhält die PP.rt  drei allgemeinpsychiatrische Stationen, eine gerontopsychiatrische Station und eine Tagesklinik an den Standorten Steinenberg und Ringelbach. Das Angebot wird ergänzt durch Psychiatrische Institutsambulanzen an verschiedenen Standorten in Reutlingen. Sie hat gemeinsam mit der Münsterklinik Zwiefalten den Versorgungsauftrag für einen Teil des Landkreises Reutlingen. Sie ist Mitglied des Diakonischen Werks Württemberg (DWW).


2.) Menschenbild in der PP.rt


Neben dem erwähnten christlichen Menschenbild sind humanistische Werte und eine medizinisch- naturwissenschaftliche Betrachtungsweise von grundlegender Bedeutung.

Psychische Erkrankungen betrachten wir als Zusammenwirken von psychosozialen und neurophysiologischen Faktoren, denen wir in einer ganzheitlichen Betrachtungs- und Behandlungsweise begegnen. Darunter verstehen wir die Würdigung körperlicher, seelischer, geistiger und sozialer Aspekte. Wir sind dem Gedanken gegenüber aufgeschlossen, dass Krankheiten und Krisen wichtige Prozesse innerhalb der persönlichen Entwicklung darstellen können.

Empathie, Respekt und Achtung stehen im Vordergrund der Beziehung zum Patienten, dessen Würde und Individualität auch in Ausnahmesituationen zu wahren sind. Dazu dient eine wohlwollende und authentische Beziehungsgestaltung.

Dem sozialen, kulturellen und religiösen Hintergrund der Patienten wird vorurteilsfrei begegnet. Gegenseitige Toleranz und Wertschätzung sind auch innerhalb der Mitarbeiterschaft unabdingbar.


3.) Ziele und Visionen der PP.rt

Die Behandlung in unserem Haus soll den Patienten ermöglichen, ihre durch Erkrankung oder Krisen verlorene oder beeinträchtigte seelische Gesundheit wiederzuerlangen, um ihr Leben im sozialen und beruflichen Kontext möglichst selbständig gestalten zu können.

Ein bewusster Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen soll dazu dienen, wirtschaftlich zu arbeiten. Dabei bemühen wir uns die besonderen Bedürfnisse in der Versorgung psychisch Kranker auch in die allgemeine gesundheitspolitische Diskussion einzubringen und die Verantwortlichen in Politik und Selbstverwaltung sachgerecht zu beraten. Dementsprechend streben wir für die Zukunft eine Vergrößerung der Klinik für eine bessere Versorgung psychisch Kranker vor Ort an.

Wir hoffen, mit unserer Arbeit unseren Teil dazu beizutragen, dass die Möglichkeiten psychisch erkrankter Menschen erweitert und ihre Rechte gestärkt werden.

Wir stehen als Garant dafür, dass sich psychisch erkrankte oder in seelische Notlagen geratene Menschen auf professionelle Hilfe unter Wahrung ihrer Würde verlassen können.

Wir wünschen uns, dass die Psychiatrie den gleichen gesellschaftlichen Stellenwert bekommt wie die Versorgung in somatischen Kliniken, ein Leben ohne Diskriminierung durch die Erkrankung.


4.) Wie wir unsere Ziele erreichen wollen


Bei Anwendung der verschiedenen Therapieformen, die in unserem Haus vertreten sind, steht die therapeutische Beziehungsarbeit im Vordergrund. Die medikamentöse Behandlung nimmt dabei einen unterstützenden Stellenwert ein.

Selbstverständlich für uns ist die gemeinsame Entwicklung eines Behandlungskonzeptes unter Berücksichtigung der Vorstellungen und Wünsche des Patienten. Dabei ist die Einbeziehung der Angehörigen und des Umfelds wichtig.

Unser zentrales Anliegen ist ein ausgeglichenes Verhältnis der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit

Zielorientiertes Arbeiten im interdisziplinären Team soll geprägt sein von Kollegialität und wertschätzender Kommunikation. Dazu ist es nötig, dass die Mitarbeiter über Supervision Gelegenheit haben, ihr professionelles Handeln zu reflektieren, sowie über Fort- und Weiterbildungsangebote ihre Qualifikation erweitern können. Feste und Betriebsausflüge sehen wir als wichtige Faktoren zur Wahrung eines guten Betriebsklimas. Das Krankenhaus entwickelt sich durch die Begabung und Fähigkeiten aller Mitarbeiter.
Diese zu fördern und nutzbar zu machen ist Aufgabe aller Vorgesetzten

Wir sind bestrebt unser Handeln nach innen wie außen so transparent wie möglich zu gestalten. Dies beinhaltet auch die Vernetzung mit externen Versorgern hinsichtlich der stationären wie ambulanten Versorgung im Umfeld der PP.rt.
Vertrauen in die PP.rt wird in dem Maße wachsen, wie wir in der Lage sind, nachvollziehbar zu beschreiben, was wir tun, wie wir es tun, aus welchen Gründen und mit welchen Zielsetzungen.
 

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