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Ausstellung: Gegen die Giftwirkung von Sprache

REUTLINGEN - "Man wird ja wohl noch sagen dürfen": So lautet der Titel der Ausstellung, die ab Mittwoch, 27. April, bis einschließlich Montag, 15. Mai, in der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik (PP.rt) in Reutlingen zu sehen ist.

Die Ausstellung stellt demokratiefeindliche und menschenverachtende Begriffe in den Mittelpunkt. Menschen verbal niederzumachen und die Demokratie anzugreifen, gehörte nicht nur zum Wesen des Nationalsozialismus: „Lügenpresse“ war zum Beispiel ein Kampfbegriff, der nicht allein zwischen 1933 und 1945 in aller Munde war, sondern heute auch wieder Verwendung findet: in sozialen Medien, im Alltag und in der Politik rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien.  Aber auch der Begriff „asozial“ macht die in der Psychiatrie Tätigen heutzutage noch immer betroffen, in seiner stigmatisierenden historischen, wie auch in der umgangssprachlichen und gegenwärtigen Anwendung. 

Was bedeuten diese und weitere Wörter, die ideologisch besetzt und instrumentalisiert wurden und werden? Wie wurden sie früher und wie werden sie heute verwendet? Und was kann man gegen die Giftwirkung von Sprache tun? Das Ausstellungsprojekt des Württembergischen Psychiatriemuseums ist Ergebnis der Kooperation zwischen dem Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin am Zentrum für Psychiatrie (ZfP)  Südwürttemberg und dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK) in Ulm. Die Wanderausstellung war bereits an mehreren ZfP-Standorten zu sehen und stieß dort auf große Resonanz. Die PP.rt ist ein ZfP-Tochterunternehmen.

Vernissage und Öffnungszeiten:  Geschäftsführer Christian Freisem eröffnet die Ausstellung am Mittwoch, 27. April, um 9:30 Uhr im Tagesklinik- und Ambulanzzentrum der PP.rt in der Lindachstraße 43 in Reutlingen. Prof. Thomas Müller und Dr. Bernd Reichelt (ZfP Südwürttemberg) werden als Medizin-Historiker  im Anschluss in das Thema einführen. Für Besucher ist die Ausstellung  vom 27. April bis zum 15. Mai werktags von 9 bis 16 Uhr in den Räumen des Tagesklinik- und Ambulanzzentrums an der Echaz (EchTAZ), Lindachstraße. 43, in Reutlingen geöffnet. Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln.