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Rainer Kluza, Sozialpsychiatrie-Experte, geht in den Ruhestand

Der Geschäftsführer der Gemeindepsychiatrischen Hilfen Reutlingen sowie der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik Reutlingen, ist verabschiedet worden. 

Ein Berufsleben lang hat er sich für die Gemeindepsychiatrie engagiert, rund 37 Jahre lang arbeitete er in der Sozialpsychiatrie der BruderhausDiakonie. Am 13. Juli 2021 ist der Geschäftsführer der GP.rt, Gemeindepsychiatrische Hilfen Reutlingen, sowie der  PP.rt, Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik Reutlingen, Rainer Kluza, in den Ruhestand verabschiedet worden. 

Minister Manfred Lucha spricht großen Dank aus

Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha, vor seiner Zeit als Minister Wegbegleiter von Rainer Kluza beim Aufbau von gemeindenahen Angeboten und Gemeinde-  psychiatrischen Zentren, dankte in einer Liveschaltung dem 64-Jährigen. „Die Menschen in Baden-Württemberg haben Dir viel zu verdanken“, sagte er. „Dein Blick kam immer vom Menschen her.“ Ein Zungenbrecher in der ge-meinsamen Arbeit sei das Wortungetüm „Implementation personenzentrierter Hilfen“ gewesen, aber das treffe den Kern. Jetzt sei das System für die Kranken da und das sei die Veränderung, betonte der Minister, vom individuellen Einzelfall her zu denken und entsprechend Hilfen und Angebote zu entwickeln und anzubieten. 

Zentren für Gemeindepsychiatrie und gemeindenahe Angebote aufgebaut

Rund einhundert Gäste aus Politik, Sozialwirtschaft  und Kirche nahmen an der   Veranstaltung teil, „coronabedingt mussten wir auswählen“, erläuterte Dr. Dieter Grupp, Geschäftsführer des ZfP, Zentren für Psychiatrie Südwürttemberg, und    Mitglied der Gesellschafterversammlung PP.rt und GP.rt, in seiner Begrüßung.      Grupp gab Einblick, wie er und Rainer Kluza „im Hintergrund die Fäden zogen“, um eine gemeindenahe Psychiatrie aufzubauen. „Ohne Dich gäbe es keine GP.rt und PP.rt“, machte er deutlich. Zugleich blickte er zufrieden auf die Zusammenarbeit und Angebotsentwicklung der Partner BruderhausDiakonie und Zentren für Psychiatrie Südwürttemberg zurück. „Die Stadt Reutlingen ist stolz auf dieses Angebot.“ 

Mit der Aufarbeitung der Heimgeschichte sind Opfer zu Wort gekommen

Andreas Lingk, Kaufmännischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Bruder-hausDiakonie, sowie Vorsitzender der Gesellschafterversammlung PP.rt und GP.rt,  schilderte Beispiele aus Kluzas Arbeit. „Mit der in den 90er Jahren von Ihnen be-gonnenen Entflechtung der Wohnheime in eigene Strukturen für die Sozialpsychiatrie und für die Behindertenhilfe inklusive der Schaffung eigener Werkstätten für Menschen mit psychischen Erkrankungen haben Sie Maßstäbe geschaffen.“ Kluza, vier Jahre lang auch Vorstand für Sozialpsychiatrie der Gustav Werner Stiftung, ha-be den Sozialpsychiatrischen Hilfen eine eigene Fachlichkeit und ein eigenes Gesicht gegeben. Auch habe er später mit der Projektleitung zur Aufarbeitung der Heimgeschichte der Gustav Werner Stiftung von 1945 bis 1970 dazu beigetragen, dass   
Opfer zu Wort gekommen seien und die von einer Wissenschaftlerin geleistete Auf-arbeitung in Form einer Publikation „uns heute entlastet.“ 

Angebote aus der Sicht von Menschen mit psychischer Erkrankung entwickelt

Professor Dr. Gerhard Längle, Geschäftsführer der PP.rt und GP.rt sowie Regional-direktor Alb-Neckar des ZfP, hatte zum Abschied eine Talkrunde aus Weggefährten und Kooperationspartnern zusammengestellt. Diese lud er ein, mit kurzen Sätzen Erlebtes zu schildern oder Rainer Kluza für den Ruhestand etwas mit auf den Weg zu geben. Reinhold Eisenhut, Geschäftsführer des Vereins für Sozialpsychiatrie, schilderte die Zusammenarbeit in der sozialpsychiatrischen Arbeitsgruppe, in welcher er und Kluza 1987 „wild diskutierten. Die Impulse und Inhalte sind alle von dir gekommen“, sagte er zu Kluza gerichtet. Professor Dr. Jürgen Armbruster, Mitglied des Vorstands Evangelische Gesellschaft Stuttgart, erinnerte Kooperationspartner Kluza daran, dass die Vision einer anderen Psychiatrie beide verbunden habe. „Kluzas Grundhaltung ist mir am eindrücklichsten in Erinnerung geblieben“, berichte-te Ulrich Krüger, Geschäftsführer Aktion Psychisch Kranke. „Was beschäftigt diesen Menschen? Das ist der Kern dessen, was wir unter personenzentriert verstehen.“ Andreas Bauer, Sozialdezernent des Landkreises Reutlingen, brachte es in einem Satz auf den Punkt: „Sie sind der Mister Sozialpsychiatrie im Landkreis Reutlingen.“ Und ergänzte: „Vor über 35 Jahren waren Sie die treibende Kraft der damaligen    Sozialpsychiatrie. Die bemerkenswerte Qualität und Offenheit unserer Zusammen-arbeit war der Schlüssel für den Erfolg.“ 
Kluza, der von 2013 bis 2014 auch Leiter der Geschäftsstelle des Modellprojekts   Inklusionskonferenz im Landkreis Reutlingen gewesen war, bedankte sich bei allen Rednern und Gästen. Er freue sich unheimlich. In der Region Reutlingen sehe er die Partner auf einem guten Weg.
Als Geschäftsführer der GP.rt und PP.rt folgt ihm Christian Freisem nach, Regional-leiter Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie der BruderhausDiakonie.

Foto: Horst Haas
Dieter Grupp, Prof. Dr. Gerhard Längle, Rainer Kluza, Andreas Lingk (von links nach rechts).

Bildzeile unter dem Text:
Foto im Detail:
Sie sind Partner in der Arbeit für Menschen mit psychischer Erkrankung
(von links nach rechts)
Dieter Grupp, Geschäftsführer des ZfP, Zentren für Psychiatrie Südwürttemberg, und Mitglied der Gesellschafterversammlung PP.rt und GP.rt,
Prof. Dr. Gerhard Längle, Geschäftsführer der PP.rt und GP.rt, sowie Regional-      direktor Alb-Neckar und stellvertretender Geschäftsführer des ZfP, Zentren für             Psychiatrie Südwürttemberg, 
Rainer Kluza, Geschäftsführer der GP.rt und PP.rt, Gemeindepsychiatrische Hilfen Reutlingen und Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik Reutlingen, jetzt im        Ruhestand
Andreas Lingk, Kaufmännischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der 
BruderhausDiakonie, sowie Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der      GP.rt und PP.rt