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PP.rt Mitarbeitende vor der symbolisch geschlossenen Eingangstür des Tagesklinik-und Ambulanzzentrums an der Echaz (EchTAZ) Foto: Barbara Willibald
REUTLINGEN - „Kein Geld. Keine Versorgung. – Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.“ Dieses Motto des Aktionstages der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft war auch führend bei der Protestversammlung der Leitung und der Mitarbeitenden der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik Reutlingen am 12. Juni.
Die symbolische Schließung der Eingangstür des Tagesklinik und Ambulanzzentrums an der Echaz wurde mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen. Pro Tag wird dieses Gebäude von rund 200 Patient*innen zur ambulanten oder tagesklinischen Behandlung und den 100 sie versorgenden Mitarbeitenden betreten. Diese waren nun formal ausgesperrt und fanden sich zusammen, um die gesetzlich vorgesehenen Eingriffe zu diskutieren.
Die Aktion macht, wie die zeitgleich stattfindende symbolische Schließung der Krankenhaustüren in ganz Baden-Württemberg, darauf aufmerksam, dass die Finanzierung der Krankhäuser durch das derzeit im Bundestag beratende Beitragssatzstabilisierungsgesetz stark gefährdet ist.
Der Geschäftsführer der PP.rt, Prof. Dr. Gerhard Längle, wies darauf hin, dass beispielsweise Tariferhöhungen für die Beschäftigten nicht mehr vollständig ausgeglichen werden sollen, dasselbe gelte für die Teuerung in anderen Bereichen. Auch Stellen, die vorübergehend nicht besetzt werden können, würden dann im Folgejahr gar nicht mehr finanziert. „Dies führt mittelfristig zu einem Abbau von Personal und einer Reduktion des Leistungsangebots“ warnte Längle. „Konkret werden wir pro Jahr 10 Mitarbeitende einsparen müssen. D.h. 12 000 Behandlungsstunden werden für die Patientinnen fehlen. Umgerechnet auf die Ambulanz bedeutet dies, dass 1 000 Reutlinger Patient*innen gar nicht oder erst nach langer Wartezeit behandelt werden können. Alternativ nimmt die stationäre, teilstationäre oder die in der weiteren Entwicklung befindliche aufsuchende Behandlung bei den Patient*innen Zuhause deutlichen Schaden.“ Und diese Spirale ginge in jedem Jahr weiter nach unten.
Der kaufmännische Betriebsleiter Moritz Sans ergänzte: „Während das Geld für das Personal reduziert werden soll, wird der Aufwand für die Bürokratie und die Nachweise gegenüber dem Medizinischen Dienst weiter gesteigert. So werden die notwendigen Ressourcen von der direkten Patientenbehandlung abgezogen.“ Für die Patient*innen und ihre Angehörigen sei dies, so sind sich alle vor der Tür versammelten Personen einig, eine schlimme Entwicklung. Die vorgesehene Gesetzgebung führe zu weiteren Wegen und immer häufiger geschlossenen Türen.
Der starke Wille der Klinikverantwortlichen, die bestehenden Gelder zum Wohle der Patient*innen einzusetzen und gute Behandlung anzubieten, wurde trotz des demonstrativen Torschlusses deutlich: Über einen deutlich längeren Weg blieb ein Zutritt zum Gebäude und zur Behandlung weiterhin möglich. Damit das Behandlungsangebot in der bisherigen Qualität erhalten bleibt, so der Aufruf der Klinikverantwortlichen, muss das Beitragssatzstabilisierungsgesetz noch maßgeblich verändert oder ganz gestoppt werden.